1942 fand die erste Sommerschule in Zürich statt. Nationale und internationale Treffen folgten. Zahlreiche in Zürich lebende, arbeitende oder studierende Bahá'í dienten in lokalen und nationalen Gremien, zogen in andere Länder, um sich dort als Pioniere niederzulassen oder unternahmen Reisen in die ganze Welt um zur Verbreitung des Glaubens oder zur Festigung bestehender Gemeinden beizutragen. Bahá'í-Persönlichkeiten wie der Orientalist Prof. A. Bausani sprachen an der Uni Zürich, Dizzy Gillespie begeisterte seine Zuhörer und der Friedensapostel Max Dätwyler, selber kein Bahá'í, erschien mit seiner weissen Fahne auf dem Ausstellungsschiff am Bürkliplatz und informierte sich über die Bahá'í-Religion.
Heute leben in Zürich und Region ungefähr 80 Bahá'í. Es sind Menschen aller Altersstufen und sozialen Schichten, eine aus allen vier Sprachregionen und aus zahlreichen Kontinenten bunt zusammengewürfelte Gruppe. In den Städten Zürich und Meilen werden die Gemeinden von 'Geistigen Räten' geführt.
Die über den ganzen Planeten verteilte Bahá'í Gemeinde zählt ca. sechs Millionen Gläubige. Diese vertreten 2'112 ethnische und Stammesgruppen und leben in über 116'000 Ortschaften in 191 unabhängigen Ländern und 46 abhängigen Territorien und Verwaltungsgebieten. Die Encyclopedia Britannica führt die Bahá'í-Religion als die nach dem Christentum geographisch am weitesten verbreitete unabhängige Religion auf. Der Bahá'í-Glaube kennt keine Priester. Die Institutionen auf lokaler und nationaler Ebene werden werden einmal jährlich von der Gemeinde gewählt. Die oberste leitende Institution befindet sich in Haifa, Israel.
Der Glaube an die Einheit der Menschheit in ihrer ganzen Vielfalt regt uns zu einer grossen Bandbreite von Aktivitäten an, deren Ziel es ist, Vorurteile jeglicher Art zu überwinden und soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Alle Aktivitäten basieren auf dem Prinzip der Beratung und sind getragen von einem positiven Menschenbild und auf der Ueberzeugung, dass der Friede auf dieser Welt nicht nur möglich, sondern unumgänglich ist.
Der Fortschritt der Menschheit, eines unserer Anliegen, ist ein organischer Prozess, bei dem es nicht nur darum geht, die materiellen Bedingungen aller Erdenbewohner zu verbessern. Gerade auch ihr geistiges Leben benötigt eine Neuausrichtung. Die treibende Kraft dieses Prozesses ist eine Vision von Entwicklung, die alle Fähigkeiten und das ganze Potential des Menschen anspricht.
- Das Prinzip der Einheit der Menschheit in ihrer Vielfalt
- Gerechtigkeit als oberstes Prinzip für eine erfolgreiche und
nachhaltige Umgestaltung der Gesellschaft
- Das Recht aller Menschen auf Bildung und Wissen
- Die Gleichwertigkeit der Geschlechter und die
Beteiligung der Frauen in allen Bereichen des Lebens
- Harmonie zwischen Religion und Wissenschaft